Lida Panteleev

Klavier spielen – das ist mein wahres Ich!
Musik begleitet mich schon mein ganzes Leben und hat mich immer wieder auf neue Wege geführt. Ich durfte weltweit an zahlreichen Meisterklassen teilnehmen und mit großartigen Pianisten und Pädagogen wie Lazar Berman, Prof. Germaine Mounier, Prof. Arnulf von Arnim und Prof. Malcolm Bilson arbeiten. Diese Begegnungen haben mich musikalisch sehr geprägt und mir immer wieder neue Perspektiven eröffnet.
In den Jahren 2003–2004 erhielt ich ein Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) für meine wissenschaftliche Aus- und Fortbildung in der Hochschule für Musik und Theater Hannover in Deutschland. Diese Zeit war für mich eine besonders wertvolle Erfahrung und hat meinen weiteren Weg stark beeinflusst.
Im Jahr 2000 lernte ich Martin Panteleev http://martin panteleev kennen. Schon bald musizierten wir gemeinsam und gaben zahlreiche Konzerte in Bulgarien, Deutschland, den Niederlanden, Italien und Spanien. Besonders schöne Erinnerungen verbinde ich mit unseren Auftritten in der Bonner Beethovenhalle, der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und im Royal Concertgebouw in Amsterdam.
Neben der Musik gibt es noch eine andere große Leidenschaft in meinem Leben: das Schreiben,Malen und Komponieren. Ich habe vier Musicals für Kinder komponiert und mit viel Freude erfolgreich auf die Bühne gebracht. Außerdem habe ich zwei Romane veröffentlicht und durfte mich über eine Auszeichnung für mein literarisches Debüt in der Kategorie „Kinderliteratur“ freuen.
Ich liebe es, zwischen verschiedenen Welten zu wandern – zwischen Musik, Literatur und Bühne. Für mich gehört all das zusammen: die Neugier auf Neues, die Freude an Begegnungen und vor allem der Wunsch, mit meiner Kunst Menschen zu berühren und ihnen etwas mitzugeben.

Der tosende Applaus ist für uns Künstler wie eine Umarmung der Seele. Er ist der Augenblick, in dem all die Leidenschaft, Hingabe und Mühe, die wir in unsere Kunst legen, zu uns zurückkehrt. Jeder Applaus berührt uns tief und schenkt uns das Gefühl, dass unsere Kunst die Herzen der Menschen erreicht.

Wenn man mitten in magische Lichter getaucht unter einer hundertjährigen Kastanie Klavier spielen darf, scheint es, als würden die Blätter hoch oben leise mit der Stimme des Klaviers murmeln.
Es entstehen fabelhafte Melodien, die sich sanft mit dem Rauschen der Blätter verbinden und die Nacht zart zum Erklingen bringen. Für einen Augenblick verschmelzen Musik, Natur und Licht zu einem ganz besonderen Zauber.

Der Mensch ist untrennbar mit der Natur verbunden. Wir sehen die Welt um uns herum, wir fühlen sie tief in unserer Seele, wir hören und spüren sie.
Eine Explosion der Wahrnehmung entsteht, wenn man mitten in einer atemberaubenden Berglandschaft musizieren darf – wenn Musik, Natur und Seele für einen Moment miteinander verschmelzen.

Für mich ist es jedes Mal ein ganz besonderes und berührendes Erlebnis, in der Stadt Barth aufzutreten. Vor 25 Jahren haben mein Mann, Martin Panteleev, und ich hier die „Kammermusiktage Barth“ ins Leben gerufen. Was einst mit einer Idee und einer gemeinsamen Vision begann, ist über die Jahre zu einem festen Bestandteil unseres künstlerischen Lebens geworden.
Jedes Jahr aufs Neue stehen wir vor der Herausforderung, ein Programm zu gestalten, das überrascht, berührt und lange in Erinnerung bleibt. Wir suchen nach Musik, die Geschichten erzählt, nach Klängen, die die Seele erreichen, und nach Begegnungen, die den Horizont erweitern.

Die Musik braucht keine große Bühne. Sie braucht Nähe.

Das ist der Gedanke, der mein Mann Martin und mich vor Jahren antrieb, die Owinger Musiktage zu gründen. Nicht als Festival im klassischen Sinne – sondern als Einladung zu Begegnungen, wo Künstler und Publikum sich auf Augenhöhe treffen und gemeinsam in Musik eintauchen.

Kammermusik ist das Gegenteil von Bombast. Sie ist Intimität in ihrer höchsten Form – vier, fünf, manchmal sechs Musiker, die miteinander atmen, lauschen, sich antworten. Es ist wie ein Gespräch, das nur mit Klang geführt wird. Deshalb haben wir dieses Festival in Owingen gegründet – einem Ort, der klein genug ist, um Echo zu haben, und groß genug, um die Welt einzuladen.

Die Werke, die wir lebendig machten:

Jede Saison suchen wir nach Musik, die Geschichten erzählt und Grenzen überwindet.

Wir spielten Edward Griegs Peer Gynt Suite für Violine und Klavier – diese wilde, nordische Poesie.  Camille Saint-Saëns Karneval der Tiere,  wo die Musik tanzt und lacht. Und immer wieder die Klassiker: Beethoven, Mahler, Brahms  – die Titanen, die bewiesen haben, dass Kammermusik die ganze Welt fassen kann.

Mehr noch: In neueren Jahren haben wir Vivaldi’s Vier Jahreszeiten aufgeführt – dieses lebendige Porträt der Natur in all ihren Facetten. Mahlers Klavierquartett in a-Moll, das kammermusikalische Tiefe mit feiner Dramatik verbindet. Und Tschaikowskis Rokoko-Variationen für Violoncello – diese elegante Brillanz, die Klassisches mit Virtuosität vereint. 

Jedes Jahr stellen Martin und ich Programme zusammen, die überraschen und berühren. Wir suchen nach Werken, die nicht nur vorgetragen werden, sondern gelebt werden. Nach Musikern, die nicht nur spielen, sondern bekennen. Nach einem Publikum, das nicht nur zuhört, sondern das Herz öffnet.

Das ist nur möglich, weil wir unterstützt werden – von unseren Sponsoren, von der Gemeinde Owingen, vom Kulturkreis. Aber vor allem, weil wir glauben, dass Musik eine Kraft ist, die Menschen verändert.

In Owingen passiert keine große Show. Hier passiert etwas Intimeres, Tieferes: Musik wird zur Sprache zwischen Seelen.